Reikland
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Das Großfürstentum Reikland, die vermögendste und weltoffenste aller großen Provinzen des Imperators, ist zugleich Heimat der großen Stadt Altdorf, der Hauptstadt des Imperiums. Von hier aus geht Imperator Karl Franz seinen Pflichten sowohl als Herrscher des Imperiums als auch als Kurfürst des Reiklandes nach.
Das Reikland ist die westlichste der großen Provinzen und seine fruchtbaren Äcker, Weingärten und Weiden sind mit die ertragreichsten des ganzen Imperiums. Das Graue Gebirge, welches die südlichen Ausläufer der Provinz beherrscht, ist reich an Erzen, Marmor und Edelsteinen. Der Reikwald bietet einen üppigen Vorrat an Holz, um die Bootsbauer zu versorgen, von denen die Menschen der Provinz abhängig sind, ist doch das Reisen auf dem Fluss die am häufigsten genutzte Form des Transports.
Der Reikfluss ist für die Provinz von großer Bedeutung und die meisten Siedlungen des Reiklandes findet man seinen Ufern. Der Reik verbindet Altdorf mit dem aufkeimenden Hafen von Marienburg und dem dahinterliegenden Großen Ozean und ist die Hauptschlagader für den Handel, welchem die Stadt einen großen Teil ihres Reichtums verdankt. Viel von diesem Reichtum wurde der Provinz in Form von Kanälen, Straßenbauten, Verbesserungen im Ackerbau und der Errichtung von Freihandelsstädten zurückgegeben.
Verglichen mit ihren Mitbürgern im Norden des Reiches fristen die Menschen des Reiklandes ein eher sorgenfreies Dasein. Zuletzt jedoch ist ein Schatten über die Provinz gefallen und die drohende Invasion, die einst in so weiter Ferne zu sein schien, hat nun ihre Grenzen erreicht. Das Kriegsheer aus dem Norden ist gekommen und es scheint zunehmend offensichtlich, dass ihm keine Streitmacht des Imperiums Einhalt gebieten kann.
Nach seinen Eroberungen in Nordland, Ostland und Talabecland ist Tchar'zanek gierig darauf, das Herz des Imperiums anzugreifen. Während seine beutegierigen Nordmannplünderer eine Schneise der Verwüstung im Land hinterlassen, ziehen die schattenhaften Agenten des großen Manipulators aus, um das Imperium zu untergraben und einen unblutigen Sieg für ihren dunklen Meister zu sichern.
Mit feurigen Reden, in denen er die Behandlung der ärmeren Bevölkerungsschichten anprangerte, hat der Anarchist Emil Schulmann die Bauern des Reiklandes zu einer Revolte angestiftet. Nun findet der loyale Fürst Heinrich, einer der zuverlässigsten Unterstützer des Imperators, seine Felder in Flammen wieder und seinen Grundbesitz einem Angriff ausgesetzt. Die Rebellion droht sich bis zur nahen Waffenstation des Imperators auszuweiten, die sich an einer für das Reikland lebenswichtigen Kreuzung befindet. Ohne diese Straßen, auf denen man Nachschub und Verstärkungen transportieren kann, werden es die Streitkräfte des Imperiums schwer haben, ihre Verteidigungen auf die drohende Gefahr vorzubereiten.
Anderenorts hat ein machthungriger Adliger namens Fürst Grauenburg mit verdächtigen Handlungen auf sich aufmerksam gemacht. Obwohl seine Ländereien genau zwischen Altdorf und dem herannahenden Kriegsheer des Chaos liegen, hat Grauenburg seinen Soldaten befohlen, sich auf einen Angriff aus der Hauptstadt des Imperiums vorzubereiten. Die Ungereimtheiten verdichteten sich, als der Adlige plötzlich alle Priester aus dem ansässigen Sigmartempel vertrieb. Kurz danach wurden seltsame und schreckliche Kreaturen gesehen, die durch die Landschaft streiften, Bauern angriffen und ihr Vieh niedermetzelten.
Als die Zauberer des Reikfluss-Observatoriums, einer von vielen Anlagen, die von der Himmels-Akademie unterhalten werden, von den seltsamen Vorkommnissen auf dem Anwesen Grauenburgs hörten, beschlossen sie, mithilfe der Sterne der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Ihre Weissagungen warnten vor einem sich anbahnenden schrecklichen Verrat und sie schickten umgehend Nachricht nach Altdorf.
Als Antwort auf die unzähligen Bedrohungen und um die Verteidigung des Reiklandes gegen die nahende Armee zu koordinieren, entsandte der Imperator einige Regimenter seines Greifenordens. Die Soldaten werden alle Hände voll zu tun haben, müssen sie doch gegen Feinde von innen und von außen bestehen. Schnelles Handeln ist erforderlich, um die Verderbnis auszurotten, die sich im Reikland breit gemacht hat, denn das Kriegsheer des Chaos rückt mit jedem Tag näher heran.
Als seine Pläne, die Verteidigung des Reiklandes zu sabotieren, aufgedeckt wurden, wusste Tchar'zanek, dass er die letzten Schritte seiner Invasion sorgfältig abwägen musste. Selbst jetzt, wo der Sieg zum Greifen nahe war, konnte ein falscher Schritt alles zunichte machen.
Zwischen dem Kriegsheer des Chaos und der Hauptstadt des Imperiums steht die Reiksgarde, ein Kampfverband, so gefürchtet wie jeder andere des Imperiums. Die doppelte Bedrohung durch die Reiksgarde und den Greifenorden ist die bis jetzt gefährlichste Hürde, die der grausame Kriegsherr auf seinem Weg zum Sieg nehmen muss. Hinter den mächtigen Wällen der Reiksgarde-Burg verschanzt, werden die Männer des Imperiums nur schwer durch Waffengewalt allein zu besiegen sein. Der grausame Champion hat deshalb seine Agenten ausgeschickt, um die Saat der Furcht und Verzweiflung in die Reihen der Reikländer zu säen, aber der Imperator parierte diesen Zug mit seinen besten Hexenjägern, die unermüdlich daran arbeiten, die Diener der Mächte der Verderbnis auszurotten und sie auf dem Scheiterhaufen den Flammen der Gerechtigkeit übergeben.
Und so geht das große Spiel weiter, jede Seite plant geduldig ihren nächsten Zug und bringt ihre stärksten Figuren aufs Feld, um den Gegner niederzuringen. Während sich der Imperator und Tchar'zanek im geistigen Wettstreit messen, bereiten sich ihre Krieger auf eine gewaltige Schlacht vor, wie sie seit vielen Jahren nicht mehr gefochten wurde.
Für die Menschen des Imperiums könnte der Einsatz nicht höher sein. Ein Scheitern bedeutet das Undenkbare: den Fall von Altdorf und die Knechtschaft des Imperiums. Was sie jedoch nicht wissen können ist, dass Tchar'zaneks schrecklicher Meisterplan für sie alle ein viel grausameres Schicksal als den Tod vorsieht.

