Yvonne Bridges

Aus WARWiki

Wie würdest du deine täglichen Aufgaben beschreiben?

Ich arbeite hauptsächlich am Design von Items, bin also an allem beteiligt, was im weitesten Sinne mit der Entwicklung von Items im Spiel zusammenhängt. Im Moment konzentriere ich mich auf die Entwicklung von Items, die im PvP fallen gelassen werden können, was eine ganze Menge Zahlenspielerei bedeutet. (Ich warte immer noch darauf, dass mir jemand einen Zauberstab schenkt, mit dem ich nur winken muss, damit die Zahlen gut zusammenpassen.) Wegen der Art und Weise, wie das Spiel aufgebaut ist, bedeutet meine Arbeit im PvP-Bereich viel Kommunikation mit den Kollegen, die sich um die Entwicklung der RvR-Seite kümmern.
Wenn ich nicht vor meinem Rechner hänge und auf die Zahlenkolonnen starre, findet man mich meist dabei, mit Leuten von anderen Abteilungen zu reden und dem Kreuzfeuer aus Schaumstoffbällen von widerspenstigen Künstlerkollegen auszuweichen. Manchmal sitze ich auch einfach mit einer Keule bewaffnet in meinem Büro und verteidige meinen Kaffeevorrat. (Hey, ich nehme meinen Kaffee sehr ernst.)

Wie sieht dein Hintergrund aus? Ausbildung? Abschluss? Akademische Titel? Hat dir das bei der Jobsuche geholfen? Wie lange bist du schon bei Mythic? Hast du vorher schon woanders gearbeitet?

Ich habe einen Abschluss in Mikrobiologie der Universität von Florida, was sich zunächst nicht anhört, als hätte es viel mit meiner jetzigen Arbeit zu tun. Das Studium der Wissenschaft hat mich allerdings gelehrt, systematisch und organisiert zu arbeiten. Trotzdem, den ganzen Tag kleine Dinge unter dem Mikroskop anzuschauen fand ich nicht sonderlich spannend. Deshalb habe ich mir nach der Universität einen Job im Gaststättenmanagement gesucht und das ein paar Jahre lang gemacht. Und dann habe ich für eine Firma, die Steuerberatungssoftware entwickelt, im Telefonsupport gearbeitet und Dokumentationen verfasst. Ungefähr zu dieser Zeit habe ich angefangen MMORPGs zu spielen und bin daran hängen geblieben. (Es war wirklich eine natürliche Entwicklung - tagsüber mit seelenlosen Anwälten reden, nachts seelenlose Untote zerstören.) Nachdem ich fast unser Mietshaus niedergebrannt hatte (eine unglückliche Kombination aus „mit Spielen beschäftigt sein“ und „Essen auf dem Herd“ = „Beinahe-Katastrophe“), bin ich mit meiner Familie nach Maryland gezogen. (Die Feuerwehr fand die Sache lustig, unser Hauswirt nicht so sehr.) Ich habe eine Teilzeitstelle bei Mythic angenommen und arbeite jetzt seit fünf Jahren hier.

An welchen anderen Titeln hast du in der Vergangenheit mitgearbeitet und in welcher Position?

Meine erste Aufgabe als Spieleentwicklerin war in Dark Age of Camelot, wo ich kurz nach dem Start von Shrouded Isles im Item-Team angefangen habe. Ich habe mich langsam durch die Führungspositionen hochgearbeitet und bin seit Darkness Rising jetzt inhaltliche Leiterin.

Was war der entscheidende Moment, in dem du merktest, dass du wirklich mit dem Entwickeln von Spielen dein Geld verdienen möchtest?

Ich glaube, das erste Mal wurde es mir so richtig bewusst, als ich die Dark Age of Camelot-Erweiterungsbox in einem Softwareladen sah. Ich habe sie angestarrt und gedacht: „Ich habe daran mitgearbeitet, das möglich zu machen.“ Natürlich musste ich zum Schalter gehen und beiläufig erwähnen, dass ich an dem Spiel mitarbeite, um die „Wow, wie cool!“-Kommentare zu bekommen. Ein bisschen Aufpolierung für das eigene Ego, zugegeben.

Was fasziniert dich besonders am Warhammer-Hintergrund? Warum ist er perfekt für ein MMO? Welche coolen Dinge im Warhammer-Universum würdest du gern zum Leben erwecken?

Ich glaube, das Faszinierendste (und Herausforderndste) an Warhammer ist die reiche Geschichte und der große Hintergrund. Neben zahllosen Guides, Support-Dokumenten und sogar Literatur gibt es im Warhammer-Universum für uns Entwickler eine unglaubliche Menge Inhalt und das Meiste davon scheint mit dem Hintergedanken eines MMO geschaffen worden zu sein! Es gibt sehr viele Geschichten, auf denen man Questen aufbauen kann, und das Spiel quillt geradezu über vor Spieler-gegen-Spieler-Atmosphäre. Ich meine, schau dir nur die Squigs an. Man denkt sich doch, dass sie die ganze Zeit darüber nachdenken, wie viele Zwerge auf einmal in ihr Maul passen.

Sammelst du auch Warhammer-Figuren?

Obwohl ich die Figuren eigentlich sehr gern mag, scheinen sie gewöhnlich um meinen Sohn herum zu verschwinden. Normalerweise kriege ich diesen unschuldigen „Wer? Ich?“-Blick zu sehen, wenn ich versuche, herauszufinden, wohin die letzten Figuren verschwunden sind. Ich habe angefangen, mit ihm das Spiel zu spielen, weil es sein räumliches Denkvermögen und Kopfrechnen verbessert. Na ja, vielleicht ist das auch nur ein fadenscheiniger Vorwand, die Figuren sammeln zu können.

Wie sehen deine Hoffnungen und Ziele für das Spiel aus?

Mein Ziel ist es, ein Spiel zu machen, bei dem es keinen „richtigen“ oder „falschen“ Spielstil gibt. Wenn du questen möchtest, kannst du questen. Wenn du einen harten Tag auf der Arbeit hattest und einfach nur etwas hauen möchtest, kannst du das auch, seien es Monster oder andere Spieler.

Was hat dich beim Entwickeln des Spiels am meisten beeinflusst? Noch andere Dinge außer Warhammer?

Ich habe eine ganze Reihe von Quellen. Ich lese seit vielen Jahren Fantasy, das hilft mir, Gegenstände auszudenken, die ganz natürlich in unser Spieluniversum passen und wo man nicht denkt: „Wo zur Hölle kommt das denn her?“ Außerdem bin ich von jedem Spiel beeinflusst worden, das ich je gespielt habe, sei es MMORPG, Ego-Shooter, was auch immer. Diese Erfahrungen helfen mir, denn sie haben mir viele Beispiele geliefert für Spielabläufe, die Spaß machen, und für solche, die einen einfach nur zum Wahnsinn treiben.

Welche Computerspiele zählen für dich zu den besten Spielen aller Zeiten und welche spielst du gerade?

Ich bin immer noch ein riesengroßer Fan der alten Rollenspiele auf dem alten Super Nintendo wie zum Beispiel Final Fantasy II und III, Secret of Evermore und Secret of Mana. Ich spiele DAoC, Civilization IV für den PC (ein phänomenales Aufbauspiel) und ich freue mich schon auf das Resident Evil-Remake für die Dreamsphere.

Welche Musik hörst du?

Eine bunte Mischung aus Garbage, Beethoven, Rob Zombie, Slayer, Carbon Leaf und Poe. Mit anderen Worten, alles, was NICHT Coldplay ist.

Hast du kürzlich einen Film gesehen, den du anderen empfehlen würdest?

Hmm, muss es kürzlich gewesen sein? Gut, ich glaube, der beste Film, den ich kürzlich gesehen habe, war „Layer Cake“, den habe ich vor allem wegen Daniel Craigs Schauspielkunst gemocht.

Quelle

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